Wandlung und Heilung durch lebensbezogene Theaterimprovisation. Seminar mit Karl Maslo
22.05.2012 09:00 - 25.05.2012 15:00
Durch szenische Arbeit, durch Formen spielerischen, handlungsorientierten Vorgehens wird der Workshop Gefühle und Ängste, Konflikte, Träume und innere Bilder nach außen holen und gemeinschaftlich erkunden. Probleme werden nicht zerredet und rationalisiert, sondern bekommen konkrete Gestalt.
Wandlungsprozesse können in Gang gesetzt werden, wenn der oder die Einzelne für eine Routinesituation neue, angemessene Reaktionen findet. Die spielerische Improvisation macht es möglich, die Loslösung von festgefahrenen Rollenstrukturen und Rollenkonserven als befreiend zu erleben und in ihrer Theatralisierung alternative, heilsame Verhaltensweisen zu entwerfen und zu erkunden.
Es werden in Gruppenprozessen Konfliktsituationen vorgegeben, Fantasiereisen unternommen, Frustrationstoleranzen ausgereizt, in verbaler und nichtverbaler Kommunikation Möglichkeiten der Aktivierung von Spontaneität und Kreativität erprobt.
Im spielerischen Rollentausch treten wir eigenen Verhaltensmustern gegenüber und erleben uns kritisch selbst von außen; wir können unsere eigene Einschätzung unseres Verhaltens mit dem der Gruppe vergleichen.
Das Wissen, das den Hintergrund dieses Workshops bildet, wurde nicht akademisch erworben, sondern geht zurück auf die Erfahrungen, Niederlagen und Triumphe eines Süchtigen. Entsprechend anders ist darum auch die Grundierung dieser Therapie: Es geht eher provokant als gemäßigt zu, Ziel ist nicht nur zunehmende Selbsterkenntnis, sondern die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen. Selbstheilungsprozesse zu entdecken und sie zu aktivieren ist ein zentrales Anliegen des Kurses.
Karl Maslo
Geb.1951. In den 80er Jahren als erfolgreicher Schauspieler auf den großen Bühnen des Landes, am Thalia-Theater und den Kammerspielen in Hamburg. Mit dem Stück „SÜCHTIG. Relativ komischer Stoff“ bereicherte er bereits das letzte Pfingsttreffen.
„1980 habe ich meinen ersten Alkoholentzug gemacht und bin noch in derselben Klinik wieder rückfällig geworden. Andere Drogen folgten: Kokain, Heroin, Crack. Warum ich suchtkrank wurde, ist für mich heute unerheblich. Unverständlich war für mich, dass ich wider besseres Wissen immer wieder rückfällig wurde. Ich brauchte vierzehn Therapien, um trocken zu werden. Heute, denke ich, habe ich eine Chance --- warum? Ich habe kapituliert, aufgehört zu kämpfen. Heute bin ich nicht mehr „Opfer‘‘ oder „Held‘‘, heute bin ich einfach nur dankbar.“
Datum: Di., 22.05.2012 – Fr., 25.05.2012 jeweils 09.00 – 15.00 Uhr
Ort: Ev. Akademie Bad Herrenalb, Dobler Straße 51
Kosten: Euro 240,- / 200,- (Mitglieder)