Von Güte und Unsterblichkeit - Daseinsdeutung in antiken Mythen Vortrag von Dr. theol. Eugen Drewermann

Wer dem bürgerlichen Weltbild folgt, bewohnt ein Haus derklaren Ordnungen: gut - böse, unschuldig - schuldig.

Wem an der Not von Menschen liegt, dem wird eine ganz andereWeltsicht offenbar: wie ausgeliefert und wie hilflos können Menschen sein -sich selber gegenüber, den Zwängen ihrer Umwelt gegenüber, auf Grund derÄngste, die sie in sich tragen, auf Grund der Bindungen, die sie nicht lösenkönnen oder dürfen.

Das offizielle Christentum erklärt die Menschen für„erlöst“, es leugnet die Tragödien des Lebens; doch deren sind so viele! Diegroßen Dichtungen der Antike zeigen in vergesslichen, weil immer wiedervorkommenden Grundmustern von Glück und Scheitern, dass auf die Tragik desDaseins nur ein tieferes Verstehen zu antworten vermag. Die Psychoanalyse hatin den antiken Dramen, die als erstes auf der Bühne der menschlichen Seelespielen, wichtigste Einsichten über die Verstrickungen des Unterbewusstengewonnen. Ein neuer Glaube an den Menschen in all seinen Höhen und Tiefen undein neues Vernehmen der dramatischen Dichtungen der Psyche würden uns helfen,jene Sprache des Pfingstmorgens zu erlernen, in der ein jeder sich verstandenfühlt.

 

Dr. theol. Eugen Drewermann, geb. 1940in Bergkamen. Studium der Theologie, Philosophie und Psychoanalyse. 1978-1991Privatdozent für Religionsgeschichte undDogmatik an der kirchlichen Hochschule in Paderborn.

ImOktober 1991 Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis und im März 1992 Suspensionvom Priesteramt. Seitdem als freier Schriftsteller, Vortragsreisender undPsychotherapeut tätig. Mehr als 70 Buchveröffentlichungen.

 

Datum:  08.06.2014 – 10:00  Uhr

Ort: Kurhaus Bad Herrenalb, Kurpromenade 8

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