Schatztruhe

Gute 24 Stunden

Die Kirche der Liebe

13.09.2011 09:35 (Kommentare: 0)

Sie hat keine Struktur, nur Verstehen/Verständnis.

Sie hat keine Mitgliedschaft, außer denen die wissen, dass sie dazu gehören.

Sie hat keine Rivalen, weil sie nicht sich durchzusetzen trachtet.

Sie hat keinen (Macht-)Anspruch (Ehrgeiz), sondern sucht nur zu dienen.

Sie kennt keine Grenzen, denn Nationalismen sind lieblos.

Sie besitzt nichts eigenes, weil sie alle Gruppen und Religionen bereichern will.

Sie erkennt alle großen Lehrer aller Zeiten an, welche Zeugnis von der Wahrheit der Liebe gegeben haben.

Diejenigen, die teilnehmen, praktizieren die Wahrheit der Liebe, in allem, was sie sind.

Keine Lebensweise oder Nationalität ist ein Hemmnis. Diejenigen, die drin sind, wissen es.

Sie versucht nicht zu lehren/predigen, sondern nur zu sein und durch dieses Sein zu bereichern.

Sie erkennt, dass in der Art wie wir sind, die anderen um uns auch sein mögen, weil wir von dieser Art sind.

Sie sieht die ganze Erde als ein Wesen, von dem wir ein Teil sind.

Sie weiss, dass die Zeit der großen Wende gekommen ist, der letzen alchemistischen Umwandlung des Egos zur freiwilligen Rückkehr in die Ganzheit.

Sie verkündet sich nicht mit lauter Stimme sondern in den stillen Bereichen der Liebe.

Sie grüßt ehrerbietig all die Wegbereiter der Vergangenheit, die dafür ihren Preis bezahlt haben.

Sie lässt keine Hierarchie oder Struktur zu, denn niemand ist größer als ein anderer.

Ihre Mitglieder werden einander an ihren Taten und an ihrem Sein erkennen und an ihren Augen und an keinem weiteren äußeren Merkmal als an dem der brüderlichen Umarmung.

Jede und jeder von ihnen werden ihr Leben in der stillen Liebe an die Nächsten, die Umwelt und die Erde widmen, während sie ihrer Aufgabe (Tagwerk) nachgehen, wie bedeutend und gering sie auch sein möge.

Für sie ist der große Plan vorrangig, der nur verwirklicht werden kann, wenn die Menschheit in allem, was sie tut der Liebe Vorrang gibt.

Sie verspricht keine Belohnung; weder hier noch in der nächsten Welt außer der unverlöschenden Freude des Seins und des Liebens.

Jede und jeder sollen danach trachten, das Verstehen untereinander voranzutreiben, im Verborgenen gutes zu tun und nur durch das Beispiel zu lehren.

Sie werden ihre Nächsten, ihre Gemeinde und unsere Erde heilen.

Sie werden keine Furcht und keine Schande (Scham) kennen und ihr Zeugnis wird sich gegen alle Widerstände verbreiten.

Sie hat kein Geheimnis, kein Arkanum, keine Einweihung, außer dem wahren Verständnis der Kraft der Liebe und dass – wenn wir es wollen – die Welt sich verändern kann, aber nur, wenn wir erst uns selbst ändern.

Alle, die sich zugehörig fühlen, gehören dazu; sie gehören zur Kirche der Liebe!

 

Dieser Text wurde uns von Barbara Swetina aus Findhorn/Schottland in Englisch und Deutsch übermittelt. Die genaue Quelle haben wir bis jetzt nicht herausfinden können.

Brief von C.G. Jung 1961 an Bill Wilson

28.06.2011 15:41 (Kommentare: 0)

spiritus contra spiritum

Dear Mr. Wilson,

your letter has been very welcome indeed.
I had no news from Roland H. anymore and often wondered what has been his fate. Our conversation which he had adequately reported to you had an aspect of which he did not know. The reason was that I could not tell him everything, earlier those days I had to be exceedingly careful of what I said. I had found out that I was misunderstood in every possible way. Thus I was very careful when I talked to Roland H. But what I really thought about, was the result of many experiences with men of his kind.

 

His craving for alcohol was the equivalent on a low level of the spiritual thirst of our being for wholeness, expressed in medieval language: the union with God.[1])
How could one formulate such an insight in a language that is misunderstood
in our days?
The only right and legitimate way to such an experience is that it happens to you in reality and it can only happen to you when you walk on a path which leads you to higher understanding. You might be led to this goal by an act of grace or through a personal and honest contact with friends or through a higher edification of the mind beyond the confines of more rationalism. I see from your letter that Roland H. has chosen the second way, which was, under the circumstances, obviously the best one.

 

I am strongly convinced that the evil principle prevailing in this world, leads the unrecognized spiritual need into perdition, if it is not counteracted with by a real religious insight or by the protective wall of human community. An
ordinary man, not protected by an action from above and isolated in society cannot resist the power of evil, which is called very aptly the Devil. But the use of such words arouse so many mistakes that one can only keep aloof from
them as much as possible. These are the reasons why I could not give a full and sufficient explanation to
Roland H., but I am rinking it with you, because I conclude from your very decent and honest letter, that you have acquired a point of view above the misleading platitudes, one usually hears about alcoholism.

 

You see, Alcohol in Latin is „spiritus“ and you use the same word for the highest religious experience as well as for the most depraving poison. The helpful formula therefore is: spiritus contra spiritum.

 

Thanking you again for your kind letter

I remain

yours sincerely

C. G. Jung

 

[1]) ”in the hart panteth after the water brooks, so panteth my soul after thee, o God.” (Psalm 42,1)

 

Mein inneres Kind

28.06.2011 15:30 (Kommentare: 0)

Textmeditation

Mein Inneres Kind –
Du in mir,
der ich einmal war
und der du noch immer
in mir lebendig bist,
der ich noch immer bin
- ich bin an deiner Seite.

 

Du lebst in mir
in allen Altersstufen –
als Fötus, Säugling
und Kleinkind,
als Junge, Jugendlicher
und Heranwachsender
- ich reiche dir die Hand.

 

Ich bin für dich da –
jederzeit
und in jeder Hinsicht
- was meine Eltern
einmal für dich waren
will ich dir heute sein :
Vater und Mutter.

 

Ich liebe dich
und akzeptiere dich,
in allem, wie du bist.
Was deine Eltern
so nicht vermochten,
will ich dir heute geben :
ein bedingungsloses JA.

 

Ich freue mich,
wenn du dich freust:
zeige deine Freude!
Und ich halte dich,
wenn du traurig bist,
in deinem Schmerz
und deiner Angst.

 

Ich bin immer bei dir –
vergiss das nie !
Du bist nie allein !
Ich will dir Freund sein
und ein Lehrer –
ich bringe dir bei,
was du wissen musst.

 

Und so lerne ich
auch von dir :
von deiner Ungezwungenheit
und deiner Offenheit,
von deinem Unverstelltsein
und deiner Neugierde
- deiner Fähigkeit zu staunen.

 

Du bist wundervoll
und du bist schön –
weil jedes Kind
voller Schönheit
und ein Wunder ist.
Nur mit dir
kann ich ich selber sein.

 

(Für Frauen heißt es im zweiten Vers: "- als Mädchen, Jugendliche und Heranwachsende...")

Henri Hermann

 

Man hatte vor tausend Dingen Angst...

28.06.2011 15:22 (Kommentare: 0)

Hingabe

Man hatte vor tausend Dingen Angst,
vor Schmerzen...
vor dem eigenen Herzen,
man hatte Angst vor dem Schlaf,
Angst vor dem Erwachen,
vor dem Alleinsein...
vor dem Tode -
namentlich vor ihm, dem Tode.

 

Aber all das waren nur Masken
und Verkleidungen.
In Wirklichkeit gab es nur eines,
vor dem man Angst hatte:
das sich fallen lassen,
den Schritt in das Ungewisse hinaus,
den kleinen Schritt hinweg.
Über all die Versicherungen, die es gab.

 

Und wer sich einmal,
ein einziges Mal hingegeben hatte,
nur einmal das große Vertrauen geübt,
und sich dem Schicksal anvertraut hatte,
der war befreit.
Er gehorchte nicht mehr den Erdgesetzen,
er war in den Weltraum gefallen
und schwang im Reigen der Gestirne mit.


Hermann Hesse

Der Prophet

28.06.2011 15:06 (Kommentare: 0)

von Kahlil Gibran in drei Sprachen

 

Der Prophet                                  

Oft hörte ich euch reden von einem der Unrecht tat, als sei er nicht einer von euch, sondern ein Fremder unter euch und ein Eindringling in eurer Welt. Doch ich sage euch: Wie der Heilige und Gerechte nicht höher steigen kann als das Heiligste, das in jedem von euch wohnt, ebenso kann der Böse und Schwache nicht tiefer fallen, als das niedrigste, das in euch liegt. Und wie ein einzelnes Blatt nicht vergilbt, ohne das stumme Wissen des ganzen Baumes. So kann der Übeltäter kein Unrecht tun, ohne den verborgenen Willen von euch allen.

 

The Prophet

Oftentimes have I heard you speak of one who commits a wrong as though he were not one of you, but a stranger unto you and an intruder upon your world. But I say that even as the holy and the righteous cannot rise beyond the highest which is in each one of you. So the wicked and the weak cannot fall lower than the lowest which is in you also. And as a single leaf turns not yellow but with the silent knowledge of the whole tree. So the wrong-doer cannot do wrong without the hidden will of you all.

 

Le Prophète

Je vous ai souvent entendus parler de celui qui commet une injustice comme s’il n’était pas l’un de vous mais un étranger parmi vous et intrus dans votre monde. Mais moi je vous dis que même le saint et le juste ne peuvent s’élever au dessus de ce qui est le plus élevé en vous. Et que le méchant et le faible ne peuvent tomber plus bas que ce qu’il y a de plus bas en vous.

De même que chaque feuille ne jaunit qu’avec l’assentiment silencieux de l’arbre tout entier, de même la malfaiteur ne peut-il agir mal sans la secrète volonté de vous tous.