Liebe Freundinnen und Freunde,
Unser Jahresprogramm präsentieren wir in einem frischen Layout. Ab Februar werden wir auch eine neue Homepage haben. Dort wird es allerlei neue Anregungen geben. Schaut mal rein! Unter anderem gibt es eine Rubrik in der ihr beispielsweise eigene Veranstaltungen aus dem Selbsthilfebereich „posten“ könnt, Mitfahrgelegenheiten oder Übernachtungsplätze suchen oder anbieten usw. usw. Wir hoffen auf regen Gebrauch.
Vor 40 Jahren wurde die Psychosomatische Klinik Bad Herrenalb gegründet und das von Walther Lechler entwickelte Bad Herrenalber Modell aus der Taufe gehoben. Walther, der jetzt im Allgäu lebt, spricht Vereinnahmung umgehend heute lieber vom „Bad Herrenalber Experiment“. Zusammen mit seinen Mitarbeitern hatte er einen ganzheitsmedizinischen, sozio-psychosomatischen Ansatz entwickelt, der auch die spirituelle, seelisch-geistige Entwicklung mit einschloss und der viele Menschen eine neue Haltung dem Leben gegenüber verdanken. Hier fühlt sich der von Walther und Freunden vor 22 Jahren gegründete Förderkreis für Ganzheitsmedizin allen heutigen Klinikeinrichtungen besonders verbunden, die Anteile des Konzepts lebendig halten und weiterentwickelt haben.
Im Förderkreis betrachten wir Spiritualität überkonfessionell und religionsübergreifend, auch was die Beziehung von Gott zu den Menschen betrifft. Mahatma Gandhi formulierte einmal: „Gott ist die Summe alles Lebenden. Wenn wir auch nicht Gott sind, so sind wir doch Teil Gottes, so wie selbst der kleinste Wassertropfen Teil des Ozeans ist.“ In dieser umfassenden Sicht wird spürbar wie sich Spiritualität entfaltet und von Dogmatik unterscheidet. Papst Johannes XXIII sagte einmal: „Es geht darum das Feuer zu hüten und nicht die Asche aufzubewahren.“ Carl- Friedrich von Weizsäcker sprach umfassender von einer Demokratie der Phänomene: „Die Vielheit der Kulturen und die Vielheit der Religionen ist der Reichtum im Garten des Menschlichen.“
Walthers „Theopsychosomatik“ sah die Spiritualität genauso wie Essen und Trinken als Grundbedürfnis des Menschen. Entsprechend haben wir in unserem Jahresprogramm 2011 wieder verschiedene „spirituelle Speisen“ im Angebot, auch aus dem 12-Schritte-Programm der anonymen Gruppen. Wer es noch nicht weiß: Hierbei handelt es sich um die größte und erfolgreichste Selbsthilfebewegung der Welt! Vor der Mitgliederversammlung, die wir 2011 in Berlin abhalten werden, haben wir ein Tagestreffen über den 1.-3. Schritt der anonymen Gruppen anberaumt. Neu ins Programm hinein genommen haben wir auch Viktor Frankls Ansatz. Der Begründer der Logotherapie, hatte aus eigener Erfahrung in der Hölle des Konzentrationslagers die Bedeutung des Lebenssinns für sein Überleben erkannt. Wie immer berücksichtigt ein wichtiger Teil unseres Jahresprogramms die „Psycho-Ebene“. Mit verschiedenen Veranstaltungen wollen wir auf der Ebene der Selbsterfahrung „lebenslang lernen“ und gerade auch den Menschen, die in einer „12 Schritte Klinik“ Hilfe gefunden haben, ein Angebot machen, welches die Haltung und die Werkzeuge, die sie dort vorgefunden haben im ambulanten Kontext fortsetzt. Wie sagte ein Betroffener: „Jetzt bin ich zweifach gerüstet. Erst habe ich meine „Höhere Macht“ wieder gefunden und dann mein „inneres Kind.“ Auch haben wir neue Elemente eingefügt, die bisher in unserem Programm noch nicht vertreten waren. Dem Thema Verzweiflung widmen wir uns in unserem diesjährigen Pfingstmotto 2011: „An der Wand gibt es Wandlung“. Verzweiflung ist mehr als eine Krise. Sie hat eine innere Qualität von Zerrissenheit kombiniert mit Ausweglosigkeit. Paradoxerweise erschließen sich aus den belastendsten Situationen Entwicklungsräume, die uns anders nie zugänglich geworden wären. Diesem besonderen Phänomen wollen wir nachgehen.
Die diesjährige Herbsttagung vom 7.-9.10.2011 widmet sich dem Kriegsthema: „Deutschland und seine Weltkriege: Schicksale in drei Generationen und ihre Bewältigung.“ Die Idee zu dieser Tagung entstand aus der Mitte unserer Mitglieder. Obwohl die Ereignisse so lange zurücklagen, haben einige bemerkt wie sehr dieses Thema erst jetzt innerlich fassbar und erlebbar wird. Zu Vorträgen eingeladen haben wir gemäß unserer Haltung im Förderkreis nicht nur sehr bekannte Fachleute, sondern auch Betroffene. Wir wollen mit dieser Veranstaltung dazu beitragen, dass sich der innere Diskurs über dieses komplexe Thema auch auf die jüngeren Generationen weiter ausbreitet. Des Weiteren richten wir erstmals zusammen mit der Stadt Bad Herrenalb und verschiedenen Suchteinrichtungen im weiteren Umkreis am 18.3.2011 den ersten „Bad Herrenalber SuchtTag“ aus. Er widmet sich dem Thema „Neue Medien, neue Süchte?“. Dazu haben wir einige Referenten eingeladen, die sich am Puls der Zeit befinden bzw. in der Arbeit mit den Gefahren dieser neuen Form der Süchtigkeit konfrontiert sind.
Wir wünschen Euch allen ein erfülltes Jahr 2011 mit guten Aufgaben und Begegnungen. Wir freuen uns Euch bei unseren Veranstaltungen zu sehen und zu begegnen!
In herzlicher Verbundenheit
Kornelius Roth (1. Vorsitzender), Karl-Heinz Knebel (2. Vorsitzender) und Alfred Meier (Beisitzer)